Mai 3

Essen ohne Verpackung

In letzter Zeit mache ich mir ernsthaft Gedanken über die Produkte, welche ich für den täglichen Bedarf einkaufe. Wenn ich in den Supermarkt gehe, also meistens in den nahegelegenen Migros oder Coop, dann achte ich wenn möglich darauf, dass ich lolake Produkte kaufe, welche nach biologischen Richtlinien angebaut wurden. So landet in meinem Einkaufswagen also Karotten, Fenchel, Äpfel, Rotkohl, Lauch, Koriander, Basilikum und vieles mehr. Wenn ich nach dem Bezahlen meine Sachen in meinen Rucksack packe, mich mit dem Velo auf den Nachhauseweg gemacht habe und dann die Sachen auspacke und in den Kühlschrank einräume, dann wird mir erst bewusst, wie unglaublich viel Plastik und Karton ich zusammen mit meinen Lebensmitteln eingekauft habe. Verstörenderweise werden insbesondere Bioprodukte einzeln in Kunststoff-Folie und Karton verpackt, so dass auch niemand auf die Idee kommt die teuren Bioprodukte auf die Waage zu legen, aber nur die Nummer des günstigeren, konventionell angebauten anzugeben. So bleibt nach meinem achso ökologischen Einkauf, ein riesiger Haufen Müll, welchen ich dann im Abfall oder bei der Sammelstelle entsorgen muss. Für mich ist dieser Zustand sehr unbefriedigend und ich kann mir nicht vorstellen, dass es für dieses Problem keine Lösung gibt.

Bioprodukte mit Kunststoff- und Kartonverpackung.

Die Lösung gibt es natürlich schon lange. So verzichten z. B. die meisten Bioläden bei Frischeprodukte wie Früchte und Gemüse konsequent auf Verpackungsmaterial. Der Kunde hat somit selbst die Wahl ob er sein eigenes Verpackungsmaterial mitbringt, oder ganz einfach darauf verzichtet und die Produkte verpackungsfrei in die Einkaufstasche steckt. Das Problem ist nun einfach, dass die Biomärkte ein sehr kleines Marktvolumen bedienen und dass sie preislich nicht mit Supermärkten mithalten können. Es müsste also das Ziel sein, dass die grossen Supermarktketten aufhören, jedes Produkt einzeln in Kunststoff abzupacken. Eigentlich ja keine Hexerei, es scheint aber einfach am guten Willen zu fehlen. Teilweise sind jetzt wenigsten in Coop und Migros schon mal biologisch angebaute Äpfel im Offenverkauf erhältlich. Jeder einzelne Apfel wird dann aber aufwändig mit einem kleinen Bio-Sticker versehen, damit auch ja keiner versucht teure Bioprodukte zu konventionellen Preise zu erschleichen. Es muss doch eine besser Lösung geben. Wie wäre es, wenn man einen eigenen Biobereich definieren würde? Das würde den Missbrauch schon mal sehr erschweren und ausserdem bioaffinen Menschen den Einkauf sehr erleichtern!


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Verfasst 3. Mai 2020 von K004307 Kategorie Schweiz

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